US-Vorwahlen: Bernie und die Chaos-Demokraten #55

In Iowa fingen Montag die Vorwahlen zur US-Präsidentschaft an – bei den Demokraten hätten sie kaum schlechter laufen können.

Wo alle sich einig sind, dass man Donald Trump in November schlagen müsste, hofften alle KandidatInnen auf eine Bühne für eine große Siegesrede im Primetime-Fernsehen.

Stattdessen: Chaos.  Die Parteiführung setzte eine nicht getestete App ein, um Wahlergebnisse einzusammeln – die prompt zusammenbrach. Positiv war die Blamage nur für zwei Menschen: Donald Trump auf der einen Seite, der die Unfähigkeit der Demokraten verhöhnen konnte, und der ehemalige demokratische Vize-President Joe Biden auf der anderen Seite, der in nationalen Umfragen führt und immer wieder seine “Wählbarkeit” angepriesen hat, in Iowa aber auf einen erbärmlichen vierten Platz landete. Für ihn war nur gut, dass die Medien eher von der App gesprochen haben, als von seinem peinlichen Ergebnis.

Steve spricht heute mit Jacobin-Autor und gebürtigen Amerikaner Loren Balhorn über das Rennen und die Kandidaten, die – zumindest auf dem Papier – in Iowa gewonnen haben: Pete Buttigieg und Bernie Sanders.

Unterschiedlicher könnten sie kaum sein. Buttigieg will ein Anti-Trump sein, der das Land vereint – hauptsächlich mit vagen Plattitüden, die keine tiefe soziale Veränderung versprechen. Für Sanders, dagegen geht es darum, die grassierende soziale und politische Verfremdung zu überwinden, die zur Wahl Trumps geführt hat. Und dafür baut er mit “Our Revolution” eine riesige Graswurzelbewegung auf – eine offene Kampfansage gegen die unverschämte Lobby- und Spendenpolitik der USA.

 

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Infos zur Sendung:

  • Foto: Bernie Sanders Campaign
  • Musik: Jannick Plume

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